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Oper für alle - wirklich?

Von "Ideen-Austausch"

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Auf dem Workshop im Oktober hatte ich den Eindruck, dass die meiner Meinung nach wichtigste Frage gar nicht gestellt wurde: Welche Zielgruppen wollen wir nach der Wiedereröffnung der Oper konkret ansprechen?

Auf der einen Seite war da eine eher geschlossene Gruppe von "Konservativen", sie will die etabilierte Opern-Kultur pflegen und erhalten. Das heutige Konzept soll einem besser funktionierenden Haus perfektioniert werden. Der Standort zwischen gepflegtem Hofgarten und Heinrich-Heine-Allee mit wenig Laufpublikum passt gut zu diesem Konzept.

Auf der anderen Seite gab es eine heterogene "fortschrittliche" Gruppe, die eine andere Oper wollen. Jüngere, fremdsprachliche, einkommensschwächere, subkulturelle Menschen sollen zusätzlich für den Opern-Besuch begeistert werden und sich selbst dort einbringen. Das zieht natürlich eine Reduzierung des aktuellen Angebotes nach sich. Diese Gruppe war mehrheitlich für den neuen Standort am mittel- bis niedrigpreisigen Teil des Wehrhahn, weil ihre Zielgruppe dort zwischen Essen und Shoppen vorbeiläuft.

Insofern verbirgt sich hinter der Standortfrage tatsächlich die Frage nach dem zukünftigen Konzept der Oper. Erst wenn das feststeht, kann auch über den Standort entschieden werden.

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