Musiktheater für das 21. Jahrhundert
Von "Ideen-Austausch"
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Ein Musiktheater für das 21. Jahrhundert, für das ein Opern-Neubau in der Landeshauptstadt stehen sollte:
- Eine große Bühne für das traditionelle Opern-Repertoire, zu dem aber zu 20% auch das zeitgenössische Opernschaffen des 20. und 21. Jahrhunderts zählen sollte.
- Jährliche Kompositionsaufträge an zeitgenössische Komponisten, damit es wenigstens eine echte Uraufführung pro Spielzeit gibt.
- Ein Tanz-Ensemble, welches sich ebenfalls nicht nur dem klassischen Ballett, sondern auch regelmäßig dem zeitgenössischen Tanz (mit Gast-Choreografen) und Kooperationen mit regionalen freien Profi-Ensembles widmet.
- Eine kleinere Bühne, die sich experimentellen Musiktheaterformen verschreibt und zu wenigstens vier Projekten pro Jahr auch mit regionalen Ensembles, Komponisten und Choreografen zusammen arbeitet.
Stuttgart hat mehrere Jahre ein FNM (Forum Neues Musiktheater) betrieben, welches Modell sein kann:
Zugang zum Haus - auch tagsüber - über ein attraktives Café, in dem aber auch regelmäßig Symposien, Vorträge, Salons, Diskussionen zum Musiktheater stattfinden könnten (mit kleiner Bühne?)
Wenn Düsseldorf einmal nach über 70 Jahren die Chance bekommt, hochwertig eine neues Gebäude für ein Musiktheater zu bauen, sollte man nicht rückwärts gewandt am Begriff "Oper" hängen, der aus dem 18./19. Jahrhundert stammt und die höfisch, später bürgerlich repräsentative Form einer "Lustbarkeit mit Gesang, Musik und Tanz" beschrieb. Die Zeiten dieses daran interessierten Bildungs-Bürgertum sind (leider) vorbei. Wir haben es heute mit einer extrem pluralistischen Gesellschaft zu tun, für die Hochkultur kaum oder gar nicht von Interesse ist. Um diese Bevölkerungsteile eventuell auch in ein Düsseldorfer Musiktheater gelockt zu bekommen, bedarf es zusätzlich anderer Angebote, als nur die Pflege des Opern- und Balletrepertoires vorwiegend des 19. Jahrhunderts!
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